Rache ist salzig
04:50 Uhr. Hochsommer.
Die ersten Sonnenstrahlen sind fast zu sehen. Günther geht die Adelsstraße auf und ab. Villen zu seiner linken und zu seiner rechten. Er trägt schwarzen Kapuzenpullover und schwarze Jogginghose. Er bleibt vor der Hausnummer 19 stehen. Er wippt von dem linken Fuß auf den rechten Fuß.
„Da wirkt einer aber gelassen.“
Anastasia kommt aus einem kleinen Trampelpfad zwischen Hausnummer 23 und 25. Gleiches Outfit nur von Adidas. Neben ihr läuft Theodor. Sein Pullover hat keine Kapuze, dafür hat er drei Sturmhauben in seiner Hand.
„Also, was ist jetzt dein Plan?“
Günther nimmt sich eine Sturmhaube von Theodor und zieht diese über sein Gesicht.
„Oke, zuerst solltet ihr auch eure Gesichter verstecken und dann klettern wir über diesen Zaun.“
Er klopft gegen die zwei Meter hohen Gitterstäbe vor der Hausnummer 19.
„Wessen Haus ist das?“
Theodor zieht seine Augenbrauen zusammen.
„Überraschung.“
Nach einer kurzen Pause.
„Keine Angst, ich mache euch heute schon nicht zu Mördern… hoffentlich.“
Die anderen beiden streichen sich die Sturmhauben über ihre Köpfe. Günther ist schon auf der anderen Seite des Zauns.
„Kommt ihr?”
Sie schleichen sich durch einen sehr aufgeräumten Garten. Der Rasen ist frisch gemäht. Die Fichten sind symmetrisch gepflanzt. Der Whirlpool ist abgedeckt. Sie schleichen sich einmal um das Haus. Günther winkt in jede Überwachungskamera. Auf der Rückseite steht ein kleines Gewächshaus, es ist nicht abgesperrt. Günther lässt die Tür offen stehen. Eine der Überwachungskameras filmt jetzt direkt in das Gewächshaus.
„Oke, seht ihr die Cannabispflanzen dahinten? Ich will, dass nacheinander jeder von uns einmal darein pisst. Stellt sicher, dass ihr nichts verstellt und keine Zeichen unserer Anwesenheit hinterlasst. Ach ja und stellt sicher, dass ihr auf der Kamera seit.“
Nacheinander urinieren die drei auf, gegen und an die Pflanzen. Günther als letzter.
Er zieht gerade seine Jogginghose wieder hoch, als plötzlich ein Hund zu bellen beginnt.
Sie rennen aus dem Haus. Günther schließt noch die Tür.
Sie klettern über den Zaun. Rennen die Straße entlang.
Biegen zweimal ab.
Anastasia hält als erste inne.
„Wurden wir überhaupt verfolgt?“
„Ich glaube nicht.“
„Oke, wessen Weed haben wir eigentlich gerade angepisst?“